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Bakterielle Entzündungen

Unser Mund – Eine Höhle voller Wunder

Die Mundschleimhaut bildet eine Schutzbarriere, die viele Erreger und Keime abwehrt. So haben bakterielle Entzündungen kein leichtes Spiel. Ein Zahnarzt hält eine Petrischale mit Bakterienhöfen.Unser Mund ist ein echtes Wunderwerk. Wir nutzen ihn zum Sprechen, Essen und Küssen, in ihm befindet sich ein Großteil unseres Geschmackssinns, er kann heiß und kalt unterscheiden – und er verbindet unseren Körper mit der Außenwelt. Doch nicht nur das – die Mundhöhle schützt uns auch vor äußeren Einflüssen. Sie ist mit einer Schleimhaut ausgekleidet, der Mundschleimhaut. Diese bildet eine Schutzbarriere, die viele Erreger und Keime abwehrt, mit denen wir tagtäglich in Berührung kommen. Beim Essen und Trinken, aber auch, wenn wir einen Gegenstand in den Mund nehmen oder jemanden küssen. Gleichzeitig leben im Mund über 300 verschiedene Bakterienarten und Mikroorganismen. Diese sogenannte Mundflora bildet bei gesunden Menschen ein intaktes Gleichgewicht. Wird es gestört, haben Infektionen und bakterielle Entzündungen leichtes Spiel.

Au Backe! Bakterielle Entzündungen im Mundraum

Bakterien sind die Hauptursache für Entzündungen im Mund. Sie können sich nahezu überall ansiedeln und für Entzündungen sorgen: Am Zahnfleisch, auf der Zunge, am Gaumen, auf den Wangen- und Lippeninnenseiten sowie in der Plaque auf den Zähnen. Die Entzündungen machen sich meist mit Schwellungen und Rötungen bemerkbar, es bilden sich weißlich-gelbe Beläge oder Bläschen, es kann auch zu Blutungen kommen. Hier ein kleiner Überblick über die unterschiedlichen bakteriell verursachten Entzündungen im Mundraum:

Gingivitis – Zahnfleischentzündung

Eine Gingivitis wird durch Bakterienansammlungen, auch Plaque genannt, verursacht und beginnt meist in den Zahnzwischenräumen. Das Zahnfleisch ist vor allem direkt am Zahn und am Zahnhals gerötet und geschwollen und blutet leicht. Hauptursache für eine Zahnfleischentzündung ist häufig mangelnde Mundhygiene. Die Plaque muss unbedingt regelmäßig und gründlich entfernt werden, nur so kann eine Entzündung wieder abklingen und einer erneuten Entzündung vorgebeugt werden. Aber auch andere Faktoren begünstigen eine Gingivitis: Hormonelle Veränderungen, Stoffwechselstörungen wie Diabetes mellitus, Immundefizite, starke Medikamente, Mangelernährung und andere Krankheiten wie z. B. Leukämie. Wird eine Gingivitis nicht behandelt, kann sie sich zu einer Parodontitis oder Mundschleimhautentzündung (Stomatitis) ausweiten. Eine Sonderform der Gingivitis ist die akut nekrotisierende ulzeröse Gingivitis (ANUG), die durch eine plötzlich einsetzende Entzündung mit absterbenden Gewebezellen und schmerzhaften Geschwüren gekennzeichnet ist.

Parodontitis – entzündliche Veränderung des Zahnhalteapparats

Parodontitis, früher auch Parodontose genannt, ist eine entzündliche Veränderung des Zahnhalteapparats, also unter anderem des Zahnfleischs und des Kieferknochens. Anfangs setzt sich ein bakterieller Biofilm – die Plaque – an den Zahnoberflächen fest. Wird dieser hier nicht durch regelmäßiges Putzen entfernt, reagiert das Zahnfleisch mit einer Entzündung. Wenn diese Entzündung auf den Zahnhalteapparat übergreift, spricht man von einer Parodontitis. Dieser Prozess verläuft anfangs meistens schmerzfrei und dadurch unbemerkt. Dabei ist eine Früherkennung sehr wichtig, um schlimmere Folgen zu verhindern. Ist der Zahnhalteapparat erst nachhaltig geschädigt, haben die Zähne keinen Halt mehr und können ausfallen. So ist die Parodontitis die häufigste Ursache für Zahnverlust bei Erwachsenen. Neuere Studien weisen darauf hin, dass Parodontitis sogar zu Diabetes, Gefäßerkrankungen, Herzinfarkten, rheumatoider Arthritis, Lungenentzündungen und Frühgeburten führen kann.

Stomatitis – Mundschleimhautentzündung

Bei einer Stomatitis ist die Mundschleimhaut entzündet, aber auch das Zahnfleisch kann sich entzünden. Neben Bakterien können auch Viren wie das Herpesvirus oder Pilze und allergische Reaktionen, lokale Noxen, systemische Erkrankungen oder ein schwaches Immunsystem eine Stomatitis verursachen. Mögliche Symptome sind Rötungen, Schwellungen, Beläge, Brennen und Mundgeruch sowie Schmerzen, insbesondere bei heißen, sauren oder scharfen Speisen. Es können auch Aphthen entstehen, weißliche Entzündungsherde auf der Mundschleimhaut, die von einem roten Hof umgeben sind. Mit einer Stomatitis sollten Sie Ihren Hausarzt aufsuchen. Er kann eine genaue Diagnose stellen und andere Krankheitsursachen ausschließen.

Bakterielle Entzündungen durch kleine Wunden

Jede offene Stelle im Mund ist eine Gefahr, da hier die Schutzfunktion der Mundschleimhaut nicht mehr intakt ist. So können Bakterien eindringen und sich ausbreiten. Offene Stellen oder kleine Wunden entstehen zum Beispiel durch Zahn-OPs, schlecht sitzende Prothesen oder Zahnspangen sowie kleine Entzündungen wie Aphthen. Während Aphthen meist von selbst wieder abheilen, sollten Prothesen oder Zahnspangen schnellstens vom Zahnarzt oder Kieferorthopäden angepasst werden.

Entzündungen im Rachenraum

Halsschmerzen sind oft eine Begleiterscheinung bei Entzündungen im Mundbereich, betroffen sind beispielsweise die Mandeln, der Rachen oder der Kehlkopf. Häufig sind sie mit einem Kratzen im Hals und Schluckbeschwerden verbunden. Bei akuten Entzündungen tritt zudem meist auch Fieber auf. Eine Rachenentzündung kann auch durch Bakterien – meist beta-hämolysierende Streptokokken – verursacht sein, wesentlich häufiger ist sie jedoch auf Viren zurückzuführen.

Die Bakterien sind los! Und nun?

Eine bakterielle Entzündung – egal welcher Art – muss möglichst schnell behandelt werden, nur so kann eine weitere Ausbreitung oder sogar ein Übergreifen auf den Rest des Körpers verhindert werden. Für alle Entzündungen gilt: Bei sehr starken Schmerzen oder wenn die Symptome länger als ein paar Tage anhalten, sollten Sie Ihren Arzt oder Zahnarzt aufsuchen.

  • Ist Ihr Zahnfleisch häufiger entzündet, sollten Sie zum Zahnarzt gehen, er entfernt Entzündungsherde und Verunreinigungen effektiv und gezielt.
  • Achten Sie verstärkt auf Ihre Mundhygiene. Das heißt: zweimal täglich Zähne putzen und einmal täglich die Zahnzwischenräume mit Bürstchen und Zahnseide reinigen. Ist die Entzündung sehr schmerzhaft, sollten Sie eine besonders weiche Zahnbürste verwenden. Wechseln Sie Ihre Zahnbürste – einmal, wenn die Entzündung auftritt, und noch einmal, wenn sie abgeklungen ist.
  • Verwenden Sie bei Entzündungen kurzfristig antibakteriell wirkende Mundspülungen mit 0,2% Chlorhexidin. Sie verhindern eine Ausbreitung der Bakterien, verbessern das Milieu im Mundraum und unterstützen den Heilungsprozess.
  • Verwenden Sie bei schmerzhaften Stellen z. B. ein schmerzstillendes Gel. Schmerzstillende Gele enthalten Lokalanästhetika und sind gut verträglich. Sie lindern die Symptome und können – zumindest vorübergehend – die Schmerzen beseitigen. Es gibt Sie rezeptfrei in der Apotheke.
  • Viele verwenden auch natürliche Mittel wie z. B. Kamille, Salbei oder auch Teebaumöl. Aber Vorsicht: Kamille und Teebaumöl können allergische Reaktionen auslösen.
  • Auch Salzwasser beruhigt die Mundschleimhaut und lindert Schmerzen. Dafür einen Teelöffel Tafelsalz in einem Glas warmem Wasser auflösen. Mit einem Schluck den Mund etwa eine Minute sanft durchspülen, anschließend ausspucken. Diese Spülungen können mehrmals täglich wiederholt werden.
  • Achten Sie auf Ihre Ernährung. Meiden Sie scharf gewürzte Speisen, heiße Getränke sowie Zitrussäfte.
  • Verzichten Sie auf Alkohol, Nikotin und Koffein, sie reizen die entzündeten Stellen zusätzlich.
  • Berühren Sie die entzündeten Stellen nicht, spielen Sie nicht mit der Zunge daran herum.

So beugen Sie zukünftig vor

  • Entfernen Sie den ständig neu entstehenden Bakterienfilm – die Plaque – regelmäßig und gründlich. Das heißt: mindestens zweimal täglich Zähne putzen, einmal am Tag die Zahnzwischenräume mit Zahnseide und Bürstchen reinigen.
  • Gönnen Sie sich alle zwei bis drei Monate eine neue Zahnbürste.
  • Gehen Sie zweimal im Jahr zur professionellen Zahnreinigung. Ihr Zahnarzt beseitigt Beläge und Zahnstein auch an den Stellen, die Sie selbst mit gründlichem Putzen nicht erreichen. So werden Bakterien entfernt, bevor sie Entzündungen verursachen.
  • Neigen Sie zu Entzündungen, können chlorhexidinhaltige Mundspülungen Abhilfe schaffen. Sie verhindern die Anhaftung von Bakterien, indem sie einen schützenden Film auf Zähnen, Zahnfleisch und der Mundschleimhaut bilden. Das Bakterienwachstum im Mund wird so für mehrere Stunden gestoppt.
  • Achten Sie auf Ihre Ernährung. Bakterien lieben Zucker und andere einfache Kohlenhydrate und nutzen diese, um sich zu vermehren.
  • Stärken Sie Ihre Abwehrkräfte – und vermeiden Sie alles, was sie schwächt. Dazu gehören auch übermäßiger Tabak-, Alkohol- und Zuckerkonsum. Reduzieren Sie den Stress im Alltag so weit wie möglich und schlafen Sie ausreichend. Achten Sie generell auf eine gesunde, ausgeglichene Lebensweise. Denn Ihr Immunsystem ist Ihr bester Verbündeter im Kampf gegen Entzündungen jeglicher Art.

Für die Behandlung bakterieller Entzündungen empfehlen wir aus unserem Hause: DYNEXIDIN® FORTE und DEQUONAL®.

DYNEXIDIN® FORTE. Wirkstoff: Chlorhexidinbis (D-gluconat) Anwendungsgebiete: DYNEXIDIN® FORTE wird vorübergehend angewendet zur Verminderung von Bakterien in der Mundhöhle, als unterstützende Behandlung zur mechanischen Reinigung bei bakteriell bedingten Entzündungen des Zahnfleisches und der Mundschleimhaut sowie nach chirurgischen Eingriffen am Zahnhalteapparat. Bei eingeschränkter Mundhygienefähigkeit. Enthält Macrogolglycerolhydroxystearat und Menthol. Packungsbeilage beachten. Hinweis zu Risiken und Nebenwirkungen: Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker. Stand: November 2016. Chemische Fabrik Kreussler & Co. GmbH, D–65203 Wiesbaden

DEQUONAL®. Anwendungsgebiete: Zur unterstützenden zeitweiligen Behandlung bei Entzündungen der Mundschleimhaut. Zur zeitweiligen Anwendung bei Mundgeruch (soweit durch Keimbildung in der Mundhöhle verursacht) Warnhinweis: Dequonal® enthält 6 Vol.-% Alkohol. Pflichthinweis: Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker. Stand: März 2016. Chemische Fabrik Kreussler & Co. GmbH, D-65203 Wiesbaden

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