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Diabetes und Parodontitis

Eine oft unterschätzte Verbindung

Eine Diabeteserkrankung hat viele Folgen für die Betroffenen. Für ihren Alltag, ihre Lebensführung und ihre allgemeine Gesundheit – und auch für ihre Mundgesundheit. So leiden Menschen mit Diabetes besonders häufig an Parodontitis. Zahnmediziner haben längst erkannt, wie eng Diabetes und Parodontitis wirklich zusammenhängen. Denn eine Parodontitis wirkt sich auch auf einen Diabetes aus bzw. erhöht das Risiko, einen Diabetes zu entwickeln. Und das heißt: Ein gesunder Mund ist gerade für Diabetespatienten besonders wichtig.

Diabetes – wenn der Blutzuckerspiegel steigt.

Menschen mit Diabetes leiden besonders häufig an Parodontitis. Eine Person misst ihren Blutzuckerspiegel.Weltweit sind 177 Millionen Menschen an Diabetes erkrankt – bis 2030 wird mit einer Verdoppelung dieser Zahl gerechnet. Allein in Deutschland sind nach Schätzungen rund 10 % der Bevölkerung betroffen. Doch was ist das eigentlich, Diabetes? Diabetes mellitus, im Volksmund auch Zuckerkrankheit genannt, ist eine chronische Stoffwechselerkrankung, die eine Erhöhung des Blutzuckerspiegels zur Folge hat. Bei gesunden Menschen hält der Körper den Blutzuckerspiegel immer auf dem richtigen Niveau. Bei Diabeteserkrankten ist die Produktion oder die Wirkung des blutzuckersenkenden Hormons Insulin gestört. Durch den Insulinmangel kann der Zuckergehalt im Blut nicht mehr reguliert werden und steigt an. Der chronisch erhöhte Blutzuckerspiegel hat wiederum Auswirkungen auf den allgemeinen Gesundheitszustand und ist mit einem hohen Risiko für Begleit- und Folgeerkrankungen verbunden. Es gibt zwei Diabetestypen:

Diabetes mellitus Typ 1 – insulinabhängiger Diabetes

Dieser Diabetestyp ist eher selten und beginnt meist schon im Kindes- oder Jugendalter. Hier zerstört das Immunsystem die Insulin produzierenden Betazellen der Bauchspeicheldrüse, sodass der Körper kein Insulin mehr produzieren kann. Ursache ist neben der Fehlsteuerung des Immunsystems vermutlich eine erbliche Veranlagung sowie äußere Faktoren wie bestimmte Virusinfektionen. Die Patienten müssen lebenslang mit Insulin behandelt werden.

Diabetes mellitus Typ 2 – Altersdiabetes

90 % aller Diabetiker sind davon betroffen. Hier spielt der Lebensstil eine wichtige Rolle – Ernährungsstörungen, Übergewicht, Bluthochdruck und Fettstoffwechselstörungen in Kombination mit Bewegungsmangel führen zu einer verminderten Insulinwirkung. Das körpereigene Hormon ist zwar noch vorhanden, die Körperzellen reagieren jedoch nicht mehr ausreichend darauf. Diese sogenannte Insulinresistenz kompensiert der Körper zunächst mit einer erhöhten Insulinproduktion. Mit der Zeit reicht diese jedoch auch nicht mehr aus und nach Jahren ständiger Mehrproduktion lässt die Fähigkeit der entsprechenden Zellen, Insulin zu produzieren, schließlich nach.Typ-2-Diabetes tritt nicht nur im höheren Alter auf, sondern zunehmend auch bei übergewichtigen Jugendlichen und sogar Kindern.

Das beste Mittel gegen Diabetes: ein gesundes Leben

  • Achten Sie auf eine bewusste Ernährung und ausreichend Bewegung – die Verbindung dieser beiden Faktoren verringert das Erkrankungsrisiko deutlich.
  • Kontrollieren Sie Gewicht und Taillenumfang – es gibt einen direkten Zusammenhang zwischen Bauchfett und Diabetesrisiko.
  • Verzichten Sie auf das Rauchen.

Das beste Mittel gegen Diabetes: ein gesundes Leben und eine ausgewogene Ernährung.

Da stimmt doch was nicht. Wie Sie Diabetes frühzeitig erkennen.

Diabetes wird meist erst diagnostiziert, wenn Folgeerkrankungen darauf aufmerksam machen. Denn im Gegensatz zu vielen anderen Krankheiten verläuft er anfangs eher schmerzlos und ohne Warnzeichen. Doch wenn Sie längere Zeit an einem oder mehreren der folgenden Symptome leiden, sollten Sie Ihren Arzt aufsuchen, damit er einen Blutzuckertest macht:

  • starker Durst
  • starker Harndrang und häufiges Wasserlassen
  • Müdigkeit und Kraftlosigkeit
  • trockene Haut und Juckreiz
  • schlecht heilende Wunden
  • Neigung zu Infektionen
  • Sehstörungen
  • starke Gewichtsabnahme (bei Diabetes-Typ-1)

Diabetes – eine Krankheit kommt selten allein

Eine frühzeitige Diagnose ist bei Diabetes besonders wichtig, um die oft folgenschweren Begleiterkrankungen rechtzeitig zu verhindern. Bleiben die erhöhten Blutzuckerwerte lange Zeit unerkannt und unbehandelt, schädigen sie die kleinen und großen Blutgefäße und führen zu Durchblutungsstörungen. Die Folge sind unter anderem Augen-, Nieren- und Nervenschäden oder das diabetische Fußsyndrom. Auch das Risiko für einen Schlaganfall oder Herzinfarkt ist deutlich höher. Weitgehend unbeachtet als Begleiterkrankung blieben in der Vergangenheit die mit Diabetes verbundenen Mundprobleme. Denn durch die Durchblutungsstörungen sind auch Zahnfleisch und Mundgesundheit betroffen. Neben einem stark erhöhten Risiko für Parodontitis neigen Diabetespatienten auch zu Mundtrockenheit und Pilzinfektionen wie dem Soor.

Diabetes und Parodontitis – eine Wechselwirkung mit Folgen

Wussten Sie, dass Diabetespatienten ein dreifach höheres Risiko für eine Parodontitis haben? Dabei ist die Entzündung des Zahnhalteapparats besonders ernst zu nehmen – denn beide Erkrankungen können sich wechselseitig beeinflussen und verstärken.

Diabetes fördert Parodontitis. Parodontitis entsteht durch aggressive Bakterien im Zahnbelag. Werden sie nicht regelmäßig gründlich entfernt, entzündet sich zunächst das Zahnfleisch (Gingivitis). Breitet sich diese Entzündung auf den Zahnhalteapparat mit dem Kieferknochen aus, spricht man von einer Parodontitis. Eine Diabeteserkrankung hat einen wesentlichen Einfluss auf deren Verlauf – denn sie belastet den Zahnhalteapparat zusätzlich. Durch den chronisch erhöhten Blutzuckerwert werden die kleinen und großen Blutgefäße geschädigt und die Widerstandskraft des Zahnhalteapparates wird geschwächt. Eine vermehrte Ansammlung von entzündungsauslösenden Stoffen im Zahnhalteapparat fördert die Parodontitis noch zusätzlich. Ein weiterer Nachteil ist das durch den Diabetes geschwächte Immunsystem – es beeinträchtigt die Regenerationsfähigkeit des Zahnhalteapparates, und die Bakterien in der Mundhöhle können sich leichter vermehren. So ist die Parodontitis bei Diabeteserkrankten häufig stärker ausgeprägt und schreitet schneller voran. Eine hohe Parodontitisneigung kann auch ein Hinweis auf einen unentdeckten Diabetes sein. Doch es gibt auch gute Nachrichten: Sobald die Blutzuckerwerte richtig eingestellt sind, sinkt auch das Parodontitisrisiko wieder auf Normalniveau.

Parodontitis fördert Diabetes. Wenn Sie gleichzeitig an Diabetes und Parodontitis leiden, können sich die Entzündungsherde im Mund auch negativ auf Ihren Diabetes auswirken. Klinische Untersuchungen haben gezeigt, dass eine unbehandelte Parodontitis die Einstellung der Blutzuckerwerte erschwert, da sie die Insulinresistenz des Gewebes erhöht. Zudem begünstigt und verstärkt eine Parodontitis die Folgeerkrankungen des Diabetes: Diabetiker mit einer schweren Parodontitis haben beispielsweise ein bis zu 8,5-fach erhöhtes Risiko für eine diabetische Nephropathie (Erkrankung der Nieren) und ein 2,3-fach erhöhtes Risiko, an einer Erkrankung der Herzkranzgefäße zu sterben. Grund genug also, auf eine gute Mundhygiene und Parodontitisprophylaxe zu achten!

Viele Experten – ein Ziel. Die neuen Erkenntnisse über diese folgenschwere Wechselwirkung haben der Vorbeugung und Bekämpfung der Parodontitis bei einem Diabetes eine größere Bedeutung verschafft als bisher. Sie tritt zunehmend in den Fokus von Zahn- und Allgemeinmedizinern und beeinflusst neueste Behandlungsmethoden. So wird Parodontitis zunehmend mit aufeinander abgestimmten Vorbeuge- und Therapiekonzepten bekämpft, bei denen Patient, Zahnarzt und behandelnder Hausarzt bzw. Diabetologe eng zusammenarbeiten. Ein Aufwand, der sich lohnt: Analysen haben ergeben, dass sich eine erfolgreiche Parodontitisbehandlung bei Typ 2-Diabetikern positiv auf die Einstellung des Blutzuckers auswirkt und sich der Diabetes besser kontrollieren lässt.

Für alle Fälle – so erkennen Sie eine Parodontitis

Eine Parodontitis verursacht anfangs selten Schmerzen, sodass die Erkrankung häufig erst in einem fortgeschrittenen Stadium erkannt wird. Es gibt aber einige Warnsignale, auf die Sie achten sollten – und die ernste Hinweise sind, dass Sie zum Zahnarzt gehen sollten:

  • häufiges Zahnfleischbluten beim Zähneputzen oder Essen
  • stark gerötetes und geschwollenes Zahnfleisch
  • dauerhafter Mundgeruch oder ein unangenehmer Geschmack im Mund
  • Das Zahnfleisch zieht sich zurück und die Zahnhälse werden sichtbar.
  • Die Schmerzempfindlichkeit der Zähne und Zahnhälse nimmt zu.
  • Die Zähne werden locker.

Das A und O – Tipps zur Mundpflege bei Diabetes

Eine Frau beisst in einen grünen Apfel.Eine gründliche Mundhygiene ist für Diabetiker die erste und wichtigste Voraussetzung, um Erkrankungen der Zähne und des Zahnhalteapparates erfolgreich vorzubeugen. Denn: Ohne Beläge keine Zahnfleischentzündung – und ohne Zahnfleischentzündung keine Parodontitis. Die Maßnahmen zur Erhaltung der Mundgesundheit sollten dabei genauso wichtig und ernst genommen werden wie die tägliche Blutzuckereinstellung. Nehmen Sie Ihre Mundgesundheit selbst in die Hand:

  • Putzen Sie zweimal täglich gründlich Ihre Zähne mit einer fluoridhaltigen Zahnpasta.
  • Reinigen Sie täglich die Zahnzwischenräume mit Zahnseide und/oder Interdentalbürsten.
  • Verwenden Sie eine alkoholfreie Mundspülung, um die tägliche Mundhygiene zu unterstützen.
  • Reagieren Sie bei häufigem Zahnfleischbluten und gerötetem Zahnfleisch und gehen Sie zum Zahnarzt.
  • Leben Sie gesundheitsbewusst. Denn was bei Diabetes hilft, beugt auch Parodontitis vor: Verzichten Sie auf das Rauchen, ernähren Sie sich abwechslungsreich und ausgewogen, bewegen Sie sich ausreichend und vermeiden Sie psychischen Stress.

Gehen Sie regelmäßig zum Zahnarzt!

  • Nutzen Sie zweimal im Jahr die von der Kasse übernommenen zahnärztlichen Kontrolluntersuchungen. So werden Zahnprobleme oder Entzündungen frühzeitig erkannt und gezielt beseitigt.
  • Die beste Parodontitis-Prophylaxe ist und bleibt die professionelle Zahnreinigung (PZR). Sie hilft, eine Parodontitis zu verhindern und bereits bestehende Zahnfleischentzündungen abklingen zu lassen. Dabei werden alle Beläge und Entzündungsherde auch an schwer erreichbaren Stellen entfernt, die Zahnoberflächen werden geglättet und die Zähne und Zahnhälse mit Fluorid geschützt. Gerade bei Diabetikern sollte die PZR ca. alle 6 Monate durchgeführt werden.
  • Informieren Sie Ihren Zahnarzt unbedingt darüber, dass Sie Diabetiker sind. Er kann dann seine Behandlung auf die speziellen Gegebenheiten abstimmen. Vor allem vor einer zahnärztlich-chirurgischen Behandlung sollte er Bescheid wissen, um eine eventuell gestörte Wundheilung zu berücksichtigen.

Für die Behandlung von Parodontitis empfehlen wir DYNEXIDIN® FORTE – die effektive Keimreduktion zum Spülen, DEQUONAL® – die Alternative zu DYNEXIDIN® FORTE (auch in der Sprühflasche) und DYNEXAN® Zahnfleischtropfen – bei leichten Entzündungen des Zahnfleisches und der Mundschleimhaut mit adstringierendem Effekt.

DYNEXIDIN® FORTE. Wirkstoff: Chlorhexidinbis (D-gluconat) Anwendungsgebiete: DYNEXIDIN® FORTE wird vorübergehend angewendet zur Verminderung von Bakterien in der Mundhöhle, als unterstützende Behandlung zur mechanischen Reinigung bei bakteriell bedingten Entzündungen des Zahnfleisches und der Mundschleimhaut sowie nach chirurgischen Eingriffen am Zahnhalteapparat. Bei eingeschränkter Mundhygienefähigkeit. Enthält Macrogolglycerolhydroxystearat und Menthol. Packungsbeilage beachten. Hinweis zu Risiken und Nebenwirkungen: Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker. Stand: November 2016. Chemische Fabrik Kreussler & Co. GmbH, D–65203 Wiesbaden

DEQUONAL®. Anwendungsgebiete: Zur unterstützenden zeitweiligen Behandlung bei Entzündungen der Mundschleimhaut. Zur zeitweiligen Anwendung bei Mundgeruch (soweit durch Keimbildung in der Mundhöhle verursacht) Warnhinweis: Dequonal® enthält 6 Vol.-% Alkohol. Pflichthinweis: Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker. Stand: März 2016. Chemische Fabrik Kreussler & Co. GmbH, D-65203 Wiesbaden

DYNEXAN® Zahnfleischtropfen. Wirkstoff: Aluminiumformiat 3·H2O Anwendungsgebiete: DYNEXAN® Zahnfleischtropfen. werden traditionell angewendet als mild wirkendes Arzneimittel bei leichten Entzündungen des Zahnfleisches und der Mundschleimhaut. Hinweis zu Risiken und Nebenwirkungen: Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker. Stand: Februar 2015. Chemische Fabrik Kreussler & Co. GmbH, D-65203 Wiesbaden

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