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Wundstellen, was Sie dagegen tun können

Wundstellen durch Zahnspangen.

Da ist sie nun, die neue Zahnspange. Egal ob fest oder lose – sie ist ein Fremdkörper im Mund, der reibt und zwickt und beim Sprechen stört – ja selbst die Zähne tun höllisch weh. Ganz schlimm wird es, wenn dann noch Druck- und Wundstellen hinzukommen. Offene Stellen und kleine Wunden an den Innenseiten der Wangen und Lippen, am Zahnfleisch und an der Zunge können extrem schmerzhaft sein und sich entzünden.

Aller Anfang ist schmerzhaft.

Wundstellen können durch Zahnspangen hervorgerufen werden. Eine Frau lächelt in die Kamera und zeigt ihre festsitzende Zahnspange.In der ersten Phase mit einer neuen Zahnspange müssen sich die verschiedenen Gewebe der Mundhöhle noch an die veränderte Situation anpassen – und das kann ordentlich wehtun. Es kommt zu erhöhtem Speichelfluss; die Wangeninnenseiten, Lippen und Zunge sind durch raue Stellen der Apparatur gerötet oder aufgerieben. Die Mundhöhle ist in dieser Zeit so empfindlich, dass sich selbst kleine Erhöhungen an losen Spangen oder Brackets und Bänder bei festen Spangen scharfkantig anfühlen. Zusätzlich können sich die Enden der flexiblen Anfangsdrähte leicht aufbiegen und den Mundraum zusätzlich reizen. Dass die Zähne selbst wehtun, liegt daran, dass durch die Zahnspange zu Beginn ein besonders hoher therapeutischer Druck aufgebaut wird. Dieser klingt jedoch schnell wieder ab. Die gute Nachricht: Nach einigen Tagen hat sich die Schleimhaut an die Zahnspange gewöhnt, nach ein paar Wochen fühlt sie sich schon ganz normal an. Und Wunden im Mund heilen generell sehr schnell, da die Zellteilung hier besonders hoch ist.

Ganz schön auf Draht – abstehende Bogen- und Drahtenden.

Wenn Bogen- oder Drahtenden sichtbar abstehen, kann man vorsichtig versuchen, sie etwas in Richtung Zahn anzudrücken. Dafür eignen sich die Finger, ein Löffelstiel oder auch ein Zahnstocher. Doch Achtung: Auf keinen Fall Werkzeug zum Einsatz bringen, sondern lieber sofort den Zahnarzt oder Kieferorthopäden kontaktieren.

Erste Hilfe bei Wundstellen: Wachs.

Kieferorthopäden geben beim Einsetzen einer neuen Zahnspange spezielles kieferorthopädisches Wachs mit. Man kann es aber auch in der Drogerie oder Apotheke kaufen. Das Wachs bildet eine Barriere zwischen der Zahnspange und dem Mundinneren und unterbricht so den permanenten Reiz und Druck. Dafür von dem Wachs ein Stück abbrechen und zu einem etwa erbsengroßen Ball rollen. Die genaue Größe richtetet sich nach der Wundstelle – keinesfalls zu sparsam damit umgehen. Durch das Rollen erwärmt sich das Wachs und lässt sich leichter befestigen. Dann den Bereich der Zahnspange, auf dem das Wachs aufgetragen werden soll, mit einem Papiertuch abtrocknen und das Wachs direkt auf den Draht oder den Träger der Spange drücken. Kleiner Tipp: Bei festen Zahnspangen möglichst ein Bracket mit abdecken, dann hält das Wachs besser. Das Wachs so oft auftragen wie nötig. Vor allem nachts ist es wichtig, dass die Druckstellen geschützt sind.

Schmerz, lass’ nach!

Nur Wachs allein reicht manchmal nicht – zum Beispiel wenn die Wundstellen zu tief oder zu groß sind. Dann hilft es, zusätzlich schmerzstillende Mittel aufzutragen. Diese sogenannten Oberflächenanästhetika betäuben den Schmerz lokal für einige Stunden. Das Betäubungsgel gibt es rezeptfrei in der Apotheke. Auch chlorhexidinhaltige Mundspülungen helfen, sie wirken antiseptisch. Verursacht die neue Spange anfangs zu große Schmerzen können – kurzzeitig! – auch rezeptfreie Schmerzmittel wie z. B. Paracetamol und Ibuprofen eingenommen werden. Dazu am besten den Arzt oder Apotheker fragen. Und hier noch ein paar (fast) geheime Tipps:

  • Wenn noch keine offenen Stellen vorhanden sind, helfen kalte oder gefrorene Nahrungsmittel, wie z. B. Eiscreme, die Mundschleimhaut zu beruhigen und ein wenig zu betäuben. Man kann auch Eiswürfel lutschen – aber auf keinen Fall darauf beißen. Dafür einfach einen Eiswürfel in den Mund nehmen und vorsichtig gegen den Bereich pressen, der sich am unangenehmsten anfühlt. Das Eis betäubt und reduziert etwaige Entzündungen.
  • Wunde Stellen an den Wangen lassen sich auch gut von außen mit Gelpads kühlen.
  • Generell bitte säurehaltige und sehr harte Lebensmittel meiden. Sie können die Mundschleimhaut zusätzlich reizen und Schmerzen verursachen.
  • Anästhesierende Gels – wie DYNEXAN MUNDGEL® – helfen durch Auftragen auf die Wundstelle gegen den Schmerz
  • Auch Salzwasser beruhigt die Mundschleimhaut und lindert die Schmerzen, die durch die Reibung der Zahnspange am Mundinneren entstehen. Dafür einfach einen Teelöffel Tafelsalz in einem Glas warmem Wasser auflösen. Mit einem Schluck den Mund etwa eine Minute sanft durchspülen, anschließend ausspucken. Diese Spülungen können mehrmals täglich wiederholt werden.
  • Viele schwören auch auf natürliche Mittel wie z. B. den desinfizierenden und wundheilungsfördernden Salbei, Kamille oder auch Teebaumöl.
  • Und last but not least: einfach den Arzt fragen. Gute Kieferorthopäden geben individuelle und maßgeschneiderte Empfehlungen, wie Schmerzen und Entzündungen gelindert und vermieden werden können.

Ab zum Arzt!

Leichte Schmerzen sind in der ersten Zeit mit einer neuen Zahnspange normal. Die oben genannten Mittel helfen, die Eingewöhnungszeit zu erleichtern. Doch bei den folgenden Beschwerden und Komplikationen sollte schnell ein Termin beim Kieferorthopäden vereinbart werden.

  • Die Zahnspange drückt ins Zahnfleisch. Der Kieferorthopäde muss sie korrigieren und einschleifen.
  • Eine Druckstelle verschwindet auch nach ein paar Tagen nicht oder verursacht dauerhaft sehr starke Schmerzen.
  • Die Spange hat einen sichtbaren Defekt.
  • Abstehende Drähte drücken dauerhaft in Wangen, Zunge oder Zahnfleisch.
  • Die Schmerzen gehen auch nach ein paar Wochen nicht weg.
  • Stechende Schmerzen am Zahn selbst.

Mehr Putzen hilft mehr!

Eine neue Zahnspange ist eine große Umstellung. Auch bei der Mundhygiene. Denn jetzt müssen nicht mehr nur die Zähne geputzt werden, sondern auch die Zahnspange. Werden Nahrungsmittelreste, Bakterien und Zahnbelag, die sogenannte Plaque, regelmäßig und gründlich entfernt, können sich Entzündungen nicht so schnell ausbreiten und Wundstellen schneller heilen. Hinzu kommt, dass die Zähne während einer kieferorthopädischen Behandlung besonders anfällig für Karies und Zahnfleischentzündungen sind. Plaque setzt sich oft an den Metallteilen der Zahnspange und anderen schwer erreichbaren Stellen fest. Wird sie nicht regelmäßig entfernt, bildet sich Zahnstein, der zu Zahn- und Zahnfleischproblemen führt und auch die weitere Plaqueentfernung erschwert. Deshalb ist eine spezielle und intensive Zahnpflege so wichtig. Das klingt erst mal lästig – doch der Aufwand lohnt sich.

  • Nach jedem Essen die Zähne putzen und Zahnseide verwenden – auch unterwegs. Dafür am besten immer eine Reisezahnbürste und Zahnseide dabeihaben.
  • Eine elektrische Zahnbürste mit oszillierend-rotierendem Kopf verwenden. Sie entfernt zweimal so viel Plaque wie herkömmliche Handzahnbürsten. Es gibt auch spezielle Aufsätze für die elektrische Zahnbürste, um die Zwischenräume der Spange zu reinigen.
  • Empfohlen werden Zahnbürsten mit weichen Borsten, sie schonen die ohnehin schon strapazierten Zähne und das empfindliche Zahnfleisch.
  • Die Zähne sanft und mit wenig Druck putzen. Heftiges Schrubben kann das Zahnfleisch verletzen. Dafür bitte etwas länger putzen.
  • Empfohlen wird auch speziell für Zahnspangen entwickelte Zahnseide.
  • Am besten Zahnpasta für sensible Zähne verwenden. Diese enthält Kaliumnitrat, das die Sensibilität der Zähne reduziert, indem es die Nerven des Zahnfleischs schützt.
  • Mundduschen eignen sich sehr gut, um die Zahnzwischenräume und die Stellen, an denen sich Spange und Zähne berühren, zu reinigen.
  • Das Spülen mit Mundwasser reduziert die Neubildung von Belägen und Plaque für ein paar Stunden.
  • Neben den regelmäßigen Terminen mit dem Kieferorthopäden sollten Patienten mit Zahnspangen zweimal jährlich zusätzlich zur Vorsorgeuntersuchung zum Zahnarzt gehen.

Für die Behandlung von schmerzenden Druck- und Wundstellen empfehlen wir aus unserem Hause DYNEXAN MUNDGEL® (gegen Schmerzen) und DYNEXIDIN® FORTE (gegen Entzündungen).

DYNEXAN MUNDGEL®. Wirkstoff: Lidocainhydrochlorid 1H2O Anwendungsgebiete: Zur zeitweiligen, symptomatischen Behandlung von Schmerzen an Mundschleimhaut, Zahnfleisch und Lippen. Hinweis: Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker. Stand: Juli 2015. Chemische Fabrik Kreussler & Co. GmbH, D-65203 Wiesbaden

DYNEXIDIN® FORTE. Wirkstoff: Chlorhexidinbis (D-gluconat) Anwendungsgebiete: DYNEXIDIN® FORTE wird vorübergehend angewendet zur Verminderung von Bakterien in der Mundhöhle, als unterstützende Behandlung zur mechanischen Reinigung bei bakteriell bedingten Entzündungen des Zahnfleisches und der Mundschleimhaut sowie nach chirurgischen Eingriffen am Zahnhalteapparat. Bei eingeschränkter Mundhygienefähigkeit. Enthält Macrogolglycerolhydroxystearat und Menthol. Packungsbeilage beachten. Hinweis zu Risiken und Nebenwirkungen: Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker. Stand: November 2016. Chemische Fabrik Kreussler & Co. GmbH, D–65203 Wiesbaden

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